Für das Klima - Donnerstag Veggietag

Wo auch immer von Klimawandel die Rede ist, treten Autos, Energiesparlampen und das tägliche Duschen ins Kreuzfeuer. Was aber, wenn die Wahl unseres Essens ein Vielfaches davon an Umweltschädlichkeit bewirkt? Ein Kilogramm Fleisch essen oder 250 Kilometer mit dem Auto fahren, einen Tag nicht vegetarisch leben oder 90 Badewannen voll Wasser verbrauchen – das sind die Maßstäbe, mit denen man sich tatsächlich auseinandersetzen kann. Um im Alltag an den richtigen "Hebeln" anzusetzen, gilt es festzustellen, welchen Anteil unser Essen bei Klima- und Umweltbelastung hat. Bildquelle: www.stmug.bayern.de

 

 

Ernährung und Klima

Rund 20 Prozent aller in Deutschland ausgestoßenen Treibhausgase gehen auf das Konto der Ernährung. Splittet man den Sektor Ernährung auf in die Bereiche Verbraucheraktivitäten, Handel und Distribution, Verarbeitung sowie Landwirtschaft, dann entfallen knapp die Hälfte (44 Prozent) der Treibhausgasemissionen aus der Ernährung auf die Produktion tierischer Lebensmittel und lediglich acht Prozent auf die Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Und das, obwohl nur etwa ein Drittel der Nahrungsenergie aus tierischen Quellen stammt. Bildquelle: Beitrag der Ernährung zum Trebhauseffekt in Deutschland (1991, in % der emittierten CO2-Äquivalente pro Jahr innerhalb des Bereichs Landwirtschaft und Ernährung; dieser produziert insgesamt 260 Millionen t/Jahr, entsprechend ca. 20% der gesamtgesellschaftlichen Treibhausgas-Emissionen); (nach Enquete-Komission "Schutz der Erdatmosphäre", 1994, S. 165, z.T. eigene Weiterberechnungen, gerundet). Quelle: Koerber/Kretschmer, 2005, 3.

 

Fleisch und Energie

Energie wird nicht nur für die reine Tierhaltung benötigt, sondern vor allem zu Herstellung und Transport der Agrochemikalien, Futtermittelanbau sowie Verarbeitung und Transport der Futtermittel. Aber auch Tiertransporte und Schlachtung gehen auf das Konto der Energiebilanz. Schließlich verlangen Verarbeitung, Transport, Kühlung und Lagerung der Fleischwaren einen weitaus höheren Energieaufwand als vergleichbare Werte bei pflanzlichen Nahrungsmitteln. Diese Energie kommt dem Menschen auch nicht auf anderem Wege wieder zugute: durch den Verzehr von Rindfleisch wird lediglich ein 35tel der Produktionsenergie als Nahrung aufgenommen. Die Energiebilanz betreffend entspricht ein Kilogramm Rindfleisch 50 Kilogramm Kartoffeln, eine Dose Thunfisch oder zehn Kilogramm Obst. Bildquelle: Primärenergiebedarf bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln. Quelle: Leitzmann, C., Keller, M.: Vegetarische Ernährung. 2. Aufl., UTB Stuttgart 2010, S. 326.

 

Fleisch und Treibhauseffekt

Laut UNO werden 18 Prozent des Klimawandels durch Tierhaltung verursacht. Das ist mehr als der weltweite Transportsektor mit all seinen Autos, Lastwagen, Schiffen und Flugzeugen beiträgt. Dabei wird der Klimawandel hauptsächlich durch Methan, Kohlenstoffdioxid und Stickstoffoxide verursacht – Gase, die zu einem großen Teil Nebenprodukt der landwirtschaftlichen Tierhaltung sind. Die Herstellung von einem Kilogramm Fleisch ist klimaschädlicher als eine 250 Kilometer lange Autofahrt.* Bildquelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

Mit dem Emissionsrechner der Kampagne „Klimateller“ können Sie errechnen, wie klimafreundlich Sie essen.

 

 

Fleisch und Regenwald

Wussten Sie, dass laut den Vereinten Nationen 70 Prozent des Amazonaswaldes für Weideflächen zerstört werden und der Futtermittelanbau einen Großteil der restlichen 30 Prozent ausmacht? Bereits knapp ein Drittel der weltweiten Wildtierreservate wurden durch wenige Nutztierarten verdrängt. Auch durch Waldrodung, Verschmutzung, Überfischung und andere Faktoren gehört die Tierwirtschaft zu den führenden Ursachen von Artenverlust. Sie ist heute die Hauptursache für die Waldrodung im Amazonas. Bildquelle: www.v-heft.de/index.htm?http://www.v-heft.de/inhalte/themen/hunger_und_co.htm

 

 

Fleisch und Wasser

Eine rein vegetarische Ernährung ist für weniger als ein Zehntel des Wasserverbrauchs konventioneller Ernährungsweisen verantwortlich, denn für die Versorgung von Nutztieren mit Wasser verbrauchen wir rund acht Prozent des globalen Trinkwassers. Vor allem dadurch, dass Nutztiere sieben bis zehn Mal mehr pflanzliche Nahrung aufnehmen als Menschen, gehören sie zu den größten Wasserverbrauchern. Zum Vergleich: der direkte menschliche Verbrauch (Trinkwasser, Duschen, Industrie etc.) kommt auf rund ein Prozent. Nun herrscht in der westlichen Hemisphäre zwar nur bedingt Wasserknappheit; das sieht allerdings in den Herkunftsländern der Futtermittel ganz anders aus. Dort müssen die Felder gewässert werden, während oftmals nicht ausreichend Trinkwasser für die Bevölkerung zur Verfügung steht. Bildquelle: www.vegetarismus.org/wasser

 

Fleisch und Boden

Die menschlichen Fäkalien werden heute zum Großteil über Kläranlagen entsorgt, die tierischen Exkremente werden jedoch immer noch auf die Felder gespritzt. Diese gelangen über den Boden in das Grundwasser und kontaminieren auch mit Antibiotika das Trinkwasser.  Stickstoffeinträge - hauptsächlich in Form von Ammoniak, das als Folge der Nutztierhaltung entweicht - stammen zu rund zwei Dritteln aus der Landwirtschaft. Untersuchungen des niederländischen Instituts für Gesundheit und Umweltschutz haben ergeben: "Das Nitrat aus der Gülle entweicht als Ammoniakgas auch in die Luft; es ist ein Umweltgift, das den so genannten sauren Regen und andere säurehaltige Ablagerungen hervorruft. In Holland stammt der größte Teil der Niederschläge von den Ammoniakgasen aus den Kuhställen – sie schaden dem Land mehr als alle Automobile und Fabriken." Bildquelle: www.stmug.bayern.de

 

* Das folgt aus einer japanischen Studie im Animal Science Journal zur Umweltbilanz von Rindern.